Sonntag, 28. Februar 2021

bluse ida

Vergangenen Herbst habe ich mir das Buch Slow Fashion von Yvonne Wlaz zugelegt. Bei Stoffen und Kaufkleidern auf Nachhaltigkeit zu setzten, überzeugt mich immer mehr. Es gelingt mir nicht immer, aber in erster Linie möchte ich nur Kleidung nähen, die ich auch wirklich trage und wähle wenn möglich nur Stoffe aus, die aus nachhaltiger Produktion stammen.




Heute gibt es auch mal nicht so viel Text, sondern mehr Bilder; aber bei diesem Tollen Schnitt gibt es eigentlich auch nicht so viel zu erklären. Ich habe diese Bluse schon länger ins Auge gefasst, da sie ganz schlicht ist, ohne viel Schnickschnack. Genau das brauche ich in meiner Garderobe. Ein paar kleine Änderungen habe ich meiner Ida trotzdem verpasst.



Die Bluse hat an der Brust Abnäher und wird dadurch Körperbetont und Feminin. Da ich an der Hüfte etwas breiter bin, habe ich von der Taille weg abwärts bis zum Saum hin die Seiten etwas verbreitert. Dadurch sitzt sie perfekt und ich kann sie durchgehend schliessen.



Das Rückenteil der Bluse besteht aus einer Passe, die für den nötigen Stand sorgt. Beim unteren Rückenteil habe ich eine kleine Kellerfalte eingebaut. Diese entstand eigentlich nur, da ich aus der Not eine Tugend gemacht habe; mein zugeschnittenes Teil war zu breit. Auch die Ärmel haben auf Höhe der Schultern eine kleine Falte bekommen.



Ursprünglich hatte ich komplett andere Knöpfe geplant. Aber diese schwarzen Kam Snaps passen gerade perfekt zu dem Muster im Stoff. Und wo ich gerade beim Stoff bin; diese wunderschöne EcoVero Viscose von Mind The Maker hatte ich Ende letzten Jahres bei Ying Design entdeckt und mich sofort verliebt.



Ein kleines Detail habe ich selbst hinzugefügt; die Ärmelmanschetten.
Ich mag Ärmel, die ich ganz leicht nach hinten schieben, oder auch ganz einfach umkrempeln kann. Sie sind gar nicht mal so schwer zu machen und werten ein Kleidungsstück optisch nochmals auf. Und auch hier haben sich die Kam Snaps Druckknöpfe ganz leicht anbringen lassen.



Ich mag meine neue Bluse sehr und es wird definitiv nicht die letzte ihrer Art sein.
Ida besticht durch ihre Schlichtheit und Eleganz und mit diesem Design
habe ich eine wunderbare Begleitung für das ganz Jahr.


Herzlich

Kati


Schnitt: Bluse Ida aus dem Buch Slow Fashion

Stoff: EcoVero Viscose von Mind The Maker

Shop: Ying Design


(unbezahlte Werbung)

Mittwoch, 17. Februar 2021

d e b r a - fibre mood 13/2021

 

Wohoo, die neue Ausgabe der Fibre Mood 13/2021 ist da und ich durfte vorab wieder einen der neuen Schnitte nähen.






Letzten Herbst hatte ich diesen unglaublich schönen Leinenstoff von einem meiner Nähgspändli abgekauft. Ich finde ihn einfach einzigartig, in diesen kräftigen Farben und mit dem wunderschönen floralen Design. Ich wollte unbedingt ein Kleid daraus nähen, das nicht zu viele Nähte hat, eher gerade geschnitten ist, so dass dieser Stoff wunderbar zur Geltung kommt.


 


Als ich die neuen Schnitte der Fibre Mood 13/2021 gesehen habe, wusste ich sofort, dass ich aus diesem Blumenstoff das Kleid Debra nähen möchte. Mich haben so viele Schnitte angesprochen und ich werde mir garantiert noch das eine oder andere Kleidungsstück aus der neusten Ausgabe nähen. Doch dieses Kleid sollte es werden.


 



Debra ist ein Oversize-Kleid im angesagten Look und lässt sich sowohl zu Sneakers, wie auch zu Ankle Boots und Stiefeln tragen, je nach dem, womit man sie kombiniert. Ich mag die Taschen besonders und der Schnitt ist ganz schön raffiniert. Das Rückenteil geht nämlich ins Vorderteil über, wo die Nahteingriffstaschen aufeinander treffen.


 


Die Rückenpartie kann auch mit einem grösseren Ausschnitt und Bindeband genäht werden. Für meinen Stoff fand ich das aber nicht so passend und habe mich daher für die Rückenpasse mit "normalem" Ausschnitt entschieden. Zudem werden die beiden Rückenteile  gerafft zusammengenäht, was mir besonders gut gefällt; Ein kleines, aber feines Detail.


 


Damit das Kleid einen besseren Stand erhält, wird um den Halsausschnitt ein Besatz eingenäht. Die Dreiviertelärmel passen für mich perfekt, ich könnte mir aber auch vorstellen, dass Debra mit Langen Ärmeln sehr gut zur Geltung kommt. Die Länge des Kleides fällt etwa bis zu den Knien aus. Die habe ich ein kleines bisschen gekürzt habe, auf meine Wohlfühllänge. Das Kleid hat keinen Verschluss und ist somit nicht kompliziert zu nähen.


 



Die Form des Kleides mit den Taschen macht trotz seiner Weite eine Gute Figur. Natürlich lassen sich darunter auch herrlich ein paar Pfündchen verstecken, die Frau sich während den kalten Wintertagen angefuttert hat. Aber nichts desto trotz, mag ich solche Oversize-Kleider immer mehr. Es muss nicht immer alles sehr figurbetont und enganliegend sein, es darf auch ruhig mal weit, cool, lässig und super bequem sein; denn das ist dieses Kleid auf jeden Fall. Und was ich ebenfalls sehr mag; einfach reinschlüpfen, ein Jeans, oder Strumpfhose drunter und schon ist Frau angezogen.


 



Lasst Euch inspieren von den neuen Fibre Mood Schnitten, sie sind herrlich für den Frühling.

 

Herzlichst

Kati


Schnitt: debra von Fibre Mood

Linkparty: www.fibremood.com/linkparty

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Samstag, 13. Februar 2021

j e a n s


Kuckuck, da bin ich wieder, aus den endlosen Weiten der Nähversenkung,
mit meinem Herzenswunsch-Projekt:

Meine ganz eigene Jeans.



Ich hatte schon länger den Wunsch gehegt, mir eine ganz eigene Jeans zu nähen. Schon so viele Schnitte habe ich studiert, hatte aber immer etwas auszusetzen, oder es passte etwas einfach nicht für mich. Also muss ein ganz eigener Jeans-Schnitt her.



Im letzten halben Jahr habe ich mich an der Unique Fachschule intensiv mit der Schnittkonstruktion für Hosen und Jupe beschäftigt. Ich habe gelernt, solche Kleidungsstücke passformgenau zu erstellen, bzw. den Schnitt dafür zu kreieren. Das Jeans-Projekt war für mich nicht eine Sache, die ich mal so husch husch irgendwo dazwischen schiebe. Vor allem dann nicht, wenn die Zeit dazu rar ist. Und Zeit habe ich mir dafür ausgiebig genommen.



Als erstes habe ich mir sämtliche Jeanshosen aus meinem Schrank vorgenommen. Ja tatsächlich alle habe ich studiert, nach Passform, Schnitt, Verarbeitung und Material. So konnte ich mir in meinem Kopf schon mal eine Vorstellung davon machen, wie mein ganz eigener Jeans-Schnitt aussehen soll. Für die Konstruktion habe ich all die Dinge berücksichtigt, die für mich wichtig sind und habe diese Elemente mit einfliessen lassen. Es soll eine ganz klassische Jeans werden, mit einer geraden Beinform und schön anliegend mit wenig Stretchanteil.



Der Schnitt steht, also los geht's. Ähm ja... und hier beginnt er, der Prozess, der Ausdauer, sehr viel Geduld und Musse erfordert. Ich wusste, dass ich erst einmal einen Prototypen erstellen muss, um die Perfekte Passform zu finden. Dazu habe ich einen etwas günstigeren Jeans-Stoff verwendet, mit nur 1% Elasthan-Anteil, so wie der Stoff meines Endprojektes. Aber dazu gleich nachher.



Bei der ersten Anprobe musste ich an den Seitennähten der Beine einiges abstecken, vor allem aber bei den Knien und in der hinteren Leibnaht. Die abgesteckten Partien habe ich Stück für Stück nachgemessen und auf mein Schnittmuster übertragen. Und somit hiess es, diese Nähte nochmals aufzutrennen, neu einzeichnen und zusammennähen. Und siehe da, die Hose passte perfekt.



Ja, es hört sich nach verdammt viel Arbeit an, aber der Aufwand lohnt sich absolut. Der zusätzliche Vorteil an einem Prototypen ist, dass man auch ein bisschen herum experimentieren kann, wie z.B. mit den Ziernähte spielen, die Breite der Gurtschlaufen bestimmen, die Gesässtaschen verschönern usw. 




Da ich mir sicher war, das nun alles passt, habe ich mich an den schönen Jeans-Stoff gewagt, den Washed Denim Dark Blue von Mind The Maker. Gefunden habe ich ihn bei einem meiner Lieblings-Stoffhändler, bei Hello Heidi Fabrics. Natürlich brauchte ich für dieses Projekt auch noch Gadgets wie Knöpfe und Nieten. Die coolen Jeans Hardware Refill Kits von Kylie and the Machine gibt es ebenfalls bei Hello Heidi Fabrics. 





Der Jeans-Stoff ist wunderbar für mein erstes Jeans-Projekt und von sehr hoher Qualität. Doch die liebe Fadenspannung und ich, wir hatten da so unserer Differenzen. Der typische Zierfaden für Jeans - Cordonnet-Faden - wird nur auf der rechten Stoffseite verwendet. Auf der Innenseite kommt ein ganz normales Nähgarn zum Einsatz. Da dieser Faden sehr dick und robust ist, und auch der Jeansstoff dicker, wäre hier ein Obertransportfuss echt toll gewesen. Ein ganz liebes Nähgspändli wusste, dass ich an meiner Jeans arbeite und hatte mir diesen Tipp extra noch gegeben. Danke Dir ganz herzlich liebe Barbara. Aber leider habe ich keinen und musste mich ohne durchgeschlagen.





Als die Jeans eigentlich schon fertig war, der Bund dran, hätte ich echt heulen können. Der Reissverschluss sass einfach nicht richtig. Immer wenn ich die Hände in die Taschen gesteckt habe, ist er zum Vorschein gekommen. Ja Himmel nochmal, was habe ich da bloss falsch gemacht. Völlig frustriert ging ich Mitten in der Nacht schlafen und auch am Tag danach hatte mich das sowas von geärgert. Da stimmt definitiv etwas nicht und bei genauerer Betrachtung, war mir auch bewusst, woran das Problem lag. Also habe ich zum Nahttrenner gegriffen, eine kleine Partie beim Bund nochmals geöffnet, den Reissverschluss fast komplett rausgetrennt und nochmals neu eingearbeitet. Und als er dann wieder eingenäht war, ich in die Hose geschlüpft bin und sie gepasst hat, wie angegossen, ja da musste ich einfach einen kleinen Freudentanz vor dem Spiegel aufführen.




Ich könnte Euch noch sooooo unglaublich viel zum Entstehungsprozess erzählen. Aber langer Rede, kurzer Sinn, glaube ich, dass ich ihn gefunden haben, meinen ganz persönlichen Jeans-Hosen Schnitt, der genau zu meiner Figur und meinen Typ passt. Vielleicht gibt es bei der nächsten eine klitze kleine Änderung, aber eines steht fest; es ist nicht meine letzte Jeans, die ich genäht habe. Es werden noch weitere folgen.


Das Herz hüpft und das Grinsen krieg ich nicht mehr weg :-)))

Herzlichst

Kati


Memo an mich selbst: Kauf Dir einen Obertransportfuss!


Schnitt: Mein eigener Jeans-Schnitt
Jeans-Stoff: Washed Denim Dark Blue von mind the maker
Jeans Hardware Refill Kit: kylie and the machine
Stoff-Händler: hello heidi fabrics

(unbezahlte Werbung)




















Mittwoch, 16. Dezember 2020

b u n d f a l t e n - h o s e

~ BEZAHLTE PARNTERSCHAFT MIT YING-DESIGN ~ 


Hier kommt sie:

Meine erste eigene Hose.
Massgeschneidert, nach meinem ganz eigenen Design,
von A - Z selbst konstruiert und genäht.



Vor ein paar Monate hätte ich das noch kaum für möglich gehalten, mir eine ganz eigenen Hose herzustellen. Doch ich habe so viel über Schnittkonstruktion gelernt, wie ich Schritt für Schritt vorgehen kann, um mir mein ganz eigenes Kleidungsstück zu prodozieren. Angefangen beim Jupe, bin ich mittlerweile schon voll in der Hosenkonstruktion drin und es macht so viel Spass.



Für mein erstes Modell hatte ich mir eine Bundfaltenhose überlegt, die etwas eleganter ist, am liebsten aus einem Wollstoff. Ich hatte mich kaum auf die Suche gemacht, als von Ying Design die Anfrage kam, ob ich nicht Lust hätte für ein Designnähen, aus einem Winterlichen eleganten Stoff. Da musste ich nicht zweimal überlegen und die Anfrage hätte nicht perfekter sein können.



Bei Ying Design findet Ihr ganz neu wunderbare Stoffe aus Wolle der Firma Zuleeg. Den Nähnerds unter Euch dürfte diese Weberei aus dem nördlichen Nachbarland ein Begriff sein. Ich durfte das  wunderschöne anthrazitfarbene Wollgewebe vernähen, das tatsächlich zu 100% aus Organics Merino Schurwolle besteht. Die besondere Leinwandbindung verleiht dem Stoff diese edle Struktur.



Bei einem Wollstoff denkt man zuerst an ein etwas dickeres Material. Nicht so dieser Stoff, denn er ist aus so herrlich feinen Garnen gesponnen. Daraus lassen sich Kleidungsstücke zaubern, die das ganze Jahr über getragen werden können. Ich könnte mir durchaus auch ein Kleid vorstellen, doch mir schwebte ja eine Hose vor.



Ein klein wenig möchte ich Euch noch zum Entstehungsprozess dieser Hose erzählen. Da ich ja nun gelernt habe, wie das ganze funktioniert, stehen einem auch unzählige Möglichkeiten offen. Ich wollte nicht einfach irgend ein Kleidungsstück nähen, sondern eines, dass ich tatsächlich auch tragen werde. Das ist mir im vergangenen Jahr nochmals sehr viel bewusster geworden. Es gibt so viele tolle Schnitte und Stoffe, aber ich versuche immer auch darauf zu achten, ob ich es auch wirklich brauche und tragen werde. Ok, Letzteres ist nicht immer der Fall, aber auch hier hilft immer wieder mal ein Blick in den Kleiderschrank. Was ich tunlichst vermeiden möchte, ist eine Ansammlung an Kleidern, die ein ungetragenes Dasein fristen.



Eine Bundfalten-, oder Chinohose mit grossen Gesässtaschen, aufgekrempelten Hosenbeinen und einem richtigen Reisverschluss soll es also sein. Nachdem ich den Schnitt erstellt hatte, ging es ans Zuschneiden und dann ab an die Nähmaschine; Schritt für Schritt bin ich nach meinem ganz eigenen Nähablauf vorgegangen. Abnäher und Falten nähen. Taschen ans Kleidungstück bringen, Reissverschluss mit einarbeiten, Hosenbeine schliessen, Gurtschlaufen annähen, Hosenbund annähen, Gurtschlaufen fertig annähen, Knopfloch nähen, Knopf dran und fertig. Das wäre die Kurzfassung davon, die lange möchte ich Euch lieber ersparen. Nur so viel; ich habe einige Male zum Nahtrenner gegriffen...



Ich habe mir Notizen gemacht, weitere Überlegungen bis ich letzten Endes meine erste eigene fertige Hose in Händen hielt. Sie ist vermutlich nicht perfekt, aber ich finde sie grossartig und bin soooooo glücklich mit dem Ergebnis.



Das ich dieses Projekt wieder zusammen mit Ying Design realisieren konnte, freut mich ungemein. Auch bei dieser Auswahl an Wollstoffen haben Rosina und Christian den Fokus wieder auf Nachhaltigkeit gesetzt. Früher war nachhaltige Mode verpönt, aber heute kann sie so vieles mehr sein; elegant und modisch.



Bist Du auf den Geschmack gekommen, Dir auch ein Kleidungsstück aus einem der wunderschönen Wollgewebe zu nähen? Dann hüpf rüber zu Ying Design und lass Dich inspirieren. Schöne passende Schnitte findest Du dort übrigens auch. 


Ich wünsche Euch was da draussen,
in dieser besonders speziellen und eigenartigen Zeit.

Herzlichst

Kati

Schnitt: Bundfalten-Hose nach meinem eigenen Design

Stoff: Wollgewebe aus Merino-Schurwolle von Zuleeg

Zur Verfügung gestellt von: Ying Design 



Mittwoch, 2. Dezember 2020

v o l a n t - r o c k

 ~ BEZAHLTE PARTNERSCHAFT MIT YING DESING ~


Das kleine Schwarze, oder auch LBD genannt; The Little Black Dress.
Coco Chanel meinte, das jede Frau eines in ihrem Kleiderschrank haben sollte.
Und wisst ihr was; ich teile ihre Meinung.

Diese Frau war eine Revolutionärin ihrer Zeit und hatte in den 1920er Jahren "Das kleine Schwarze" kreiert. Das Damenkostüm, das sehr einem Etuitkleid ähnelt, wurde vor allem durch Audry Hepurn, aus dem Film Breakfast at Tiffany's, zu dem Modeklassiker schlechthin.

Mittlerweile hat sich das klassische kleine Schwarze auch weiterentwickelt und heute
zeige ich Euch meine ganz persönliche Version meines Little Black Dress. Ich trage eigentlich so gut wie nie komplett schwarz. Ich fühle mich in Farben einfach viel wohler, weshalb ich sie hier dazu kombiniere.






Das kleine Schwarze ist in meinem Fall ein Rock mit Volant und das Design dazu stammt von mir selbst. Seit Anfang August besuche ich die Unique Fachschule für Mode und Schnitt in St. Gallen und erlene dort das Handwerk, eigene schnitte zu konstruieren, und zwar so, dass die massgeschneidert sind. Nach meinem ersten eigenen Modell lag es auf der Hand, dass ein zweites folgt. Ich hatte den Rock schon lange im Kopf, wie er aussehen soll, figurbetont, high waiste, mit einem Volant vorne, der von den Seiten zu einem Spitz in der vorderen Rockmitte eingearbeitet ist. Der schnitt war konstruiert und so habe ich mich auf die Suche nach dem geeigneten Stoff gemacht. Er sollte nicht zu schwer sein, aber auch nicht zu dünn, blickdicht, wenig bis gar keinen Elasthan-anteil enthalten und er muss unbedingt schön fallen. 




Und da kommt Ying Design ins spiel, einer meiner Lieblings-Läden. Hier bekommt ihr wunderschöne Bio-Stoffe und die Besitzer, Rosina und Christian, legen sehr grossen Wert auf Nachhaltigkeit. Im Herbst habe ich endlich auch einen persönlichen Besuch geschafft. In aller Ruhe konnte ich in dem liebevoll eingerichteten Laden Stoffe bewundern, den einen oder anderen streicheln und habe gefunden, wonach ich gesucht habe.






Der Sanded Twill von Meet Milk Fabric ist perfekt für meinen Rock mit Volant. Dieser Stoff besteht aus Tencel - einer sehr nachhaltigen und hautfreundlichen Lyocelfaser, die immer mehr an Beliebtheit gewinnt - ist sehr weich und hat diesen unglaublich tollen fliessenden Fall. Genau das brauche ich für diesen, ich nennen ihn: "Walla-Walla-Effekt". Für mich ist dieser Stoff der Oberknaller, da er auch für Hosen, Kleider und Blusen funktioniert.






Wenn du selbst ein Kleidungsstück kreierst, musst du dir auch auch einen Nähablauf dazu erstellen. Ich hatte ich mir selbst ja einen tricky Part in meinen Rock eingebaut; der Volant verläuft genau in der Mitte des vorderen Rockteils zum Spitz hin. Also erst mal einen Prototypen aus Molure nähen und bei dieser Gelegenheit gleich den Nähablauf dazu erstellen. Der Entwurf passt wie angegossen, also ran an den Sanded Twill.





Wie ich das Problem mit der Spitze vorne im Rock gelöst habe, verrate ich euch sehr gerne, aber vorsicht; es wird etwas technisch. Das oberen Rockteil habe ich in der Mitte, wo es zum Spitz hin verläuft, mit einem kleinen stück Vlies H180 verstärkt. Von der Mitte aus beginnend, erst nur die eine Seite des Volants an das Rockteil genäht. Anschliessend beim Spitz beide stofflagen mit einen kleinen einschnitt bis knapp vor die Naht versehen. Im zweiten Arbeitsgang konnte ich die zweite Seite des Volants schön an die andere Seite platzieren und an das Rockteil nähen.





Ich bin so happy mit meinem Ergebnis und auch ein bisschen stolz; der Volant-Rock ist genau so geworden, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Was ich daran besonders mag ist, dass er die weiblichen Formen sehr betont, aber eben auf sehr elegante Art und Weise. Der Volant selbst bringt nicht nur Beinfreiheit rein - ja, ich kann damit richtig grosse Schritte machen - sondern schwingt beim gehen ganz charmant mit. Ich kann ihn mit sehr vielen Blusen und Basics kombinieren und dadurch ganz unterschiedliche Looks hervorbringen.




Ich hoffe, ich konnte euch mit meinen Projekt inspirieren und empfehle euch, unbedingt einen Blick bei Ying Design auf die Sanded Twills zu werfen; die gibt es nämlich in ganz tollen Farben.


Herzlichst

Kati


Schnitt: nach meinem eigenen Design

Stoff: Sanded Twill von Meet Milk Fabric

wurde mir zur verfügung gestellt von Ying Design

Bluse: Rüschenbluse Ella nach einem schnitt von Frau Schnitte




Mittwoch, 18. November 2020

b o n n i e

 heute erscheint die 12. ausgabe der fibre mood und ich durfte vorab einen der neuen schnitte daraus nähen. hui, und was für tolle schnitte das neue magazin enthält.

bonnie heisst die wunderschöne bluse, die ich euch heute etwas näher vorstelle.



in diesem jahr habe ich mir zum ziel gesetzt, viel mehr kleidungsstücke aus webware zu nähen. dazu gehören auch blusen, welche ich erst wirklich im verlaufe der letzten 2 jahre angefangen habe zu nähen. früher hatte ich mich kaum daran gewagt und jetzt macht es einfach nur unglaublich viel freude. daher lag es schon fast auf der hand, dass ich mir eine bluse der neuen fibre mood schnitte nähen möchte.




was mir sofort ins auge gestochen ist, sind die hübschen details an den ärmeln. obwohl ich ja genau damit ein klein wenig zu kämpfen hatte. doch dazu später. also der schnitt war für mich klar, ran an den stoff.




passend zu meiner liebsten jahreszeit, wollte ich einen kräftigen, herbstlichen farbton wählen. rot soll es sein, am liebsten ein dunkles. auf meiner suche bin ich bei hello heidi fabrics genau darauf gestossen. der viskose crepe in der farbe amarant von atelier brunette hat diesen wunderschönen seidigen glanz und ist genau das, was ich mir vorgestellt habe.





stoffe aus webware versäubere ich immer erst an den schnittkanten, bevor sie in die waschmaschine wandern. das hat den vorteil, dass sie nicht schon vor dem zuschneiden ausfransen. ich bestelle mir zwar immer ein kleines bisschen mehr, doch die berechnete menge stoff, entspricht perfekt für die errechnete grösse.





damit die bluse im mehr stand hat, wird sie sowohl im vorder-, wie auch im rückenteil mit einem gevliesten beleg versehen. der kleine schlitz in der rückenmitte ist ein schönes detail und ja rückendetails haben es mir in letzter zeit angetan. um dieses noch ein kleines bisschen aufzuwerten, habe ich ihm einen grossen und auffälligen knopf verpasst.






aber das hauptaugenmerk liegt hier defenitiv bei den ärmeln. sie sind weit geschnitten und werden beim abschluss mit falten drapiert. auch hier wird innen ein beleg angenäht und genau das ist der trick, warum die ärmel so schön zur geltung kommen.





aber genau mit diesen lieben falten hatte ich ein kleines bisschen schwierigkeiten und habe sie ein klein wenig zu eng gelegt. diesen wunderschönen stoff mit dem nahttrenner zu bearbeiten, würde bedeuten, ihn zu tracktrieren; er würde komplett aus der form fallen. also habe ich es lieber so gelassen, den verschlimmbessern wollte ich das gute stück auf keinen fall. wer weiss, vielleicht bestelle ich mir stoff nach und nähe die ärmel einfach nochmals neu. noch gibt es bei hello heidi fabrics ein paar meter von dem traumhaften viskose crepe 😉






 für mich persönlich hat die farbe der kleidung, die man(n), oder frau wählt, sehr viel aussagekraft. ob bewusst, oder unbewusst, kleiden wir uns oft, wie wir uns fühlen. die farbe rot steht unter anderem für leidenschaft, mut und wärme. ich habe sie ganz unbewusst gewählt, doch diese drei argumente treffen voll und ganz zu. die leidenschaft, etwas eigenes zu schaffen, zu kreieren, meine kreativität auszuleben, den mut, neue wege zu beschreiten und annehmen was kommt, und zuguter letzt die wärme, die ich in der kalten jahreszeit immer wieder suche.



meine bonnie mag ich sehr und ich weiss auch jetzt schon, dass ich sie nicht nur zu jeans tragen werde. auch zu meinem faltenrock wird sie ein perfekter begleiter sein.

bonnie, du rockst meinen herbst und winter!


herzlichst

kati


schnitt: bonnie von fibre mood

stoff: viskose crepe von atelier brunette

gekauft bei: hello heidi fabrics


fibre mood link party:

www.fibremood.com/linkparty

(unbezahlte werbung)