Posts mit dem Label stoffe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label stoffe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 2. November 2021

Mein Wind und Wetter Parka

 Hallo ihr Lieben

Mein letzter Blogpost liegt schon einige Monate zurück und ich hatte kurzzeitig mit dem Gedanken gespielt, diese Seite hier komplett auf Eis zu legen. Mir fehlte es schlicht und ergreifend an der Musse in die Tasten zu hauen und dabei auch noch etwas gehaltvolles zu tage zu fördern. Aber meinen Blog ganz aufgeben...? Nein, das möchte ich nun doch nicht. Es gibt auch immer wieder Themen, die in mir Schlummern und vor allem in den vergangenen Monaten hätte ich wohl ganze Bücher damit füllen können. Heute beschränke ich mich aber einfach mal auf das Wesentliche und zwar auf meinen Wind und Wetter Parka von Lotte und Ludwig, den ich mir vor kurzem genäht habe.



 Vor einem Jahr war ich mit Freundinnen auf einem Trip kreuz und quer durch die Schweiz, als meine Übergangsjacke ihren Geist aufgegeben hatte. Kurz; der Reissverschluss war komplett hinüber so dass ich die Jacke ohne Hilfe meiner Ladies nicht mehr auf- und zu gebracht habe. Irgendwie habe ich Dussel es aber zwischendurch doch immer geschafft und alle riefen gleichzeitig: "Oh nein, nicht schon wieder!". Wir habe uns ordentlich schlapp gelacht und auch über die Tatsache, dass ich wie ein Kind Hilfe beim anziehen gebraucht habe. In diesem Moment kam mir das erste Mal der Gedanke, dass ich mir doch eigentlich selbst mal so eine Jacke nähen könnte. "Uff, das ist aber ein ganz schöner Aufwand..." und so schob ich den Gedanken auch gleich wieder beiseite.



Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr euch etwas in den Kopf gesetzt habt, es euch dann auch nicht mehr loslässt? So ging es mir, als die Sommermonate so langsam vorbei waren. Ja ja, die Jacke war immer noch fest gespeichert in meinem Oberstübchen und wollte da auch nicht mehr raus. Also hatte ich mich ganz fest dazu entschlossen, mir eine Übergangsjacke für den Herbst und Frühling zu nähen. Und so habe ich mich schon mal etwas schlau gemacht über Schnitte und Material... Kaum hatte ich damit begonnen, kam von Ying Design die Anfrage, ob ich nicht Lust hätte, ein Designsample für sie zu nähen. Und wie ich Lust hatte! Jetzt war ich komplett Feuer und Flamme für mein Jacken-Projekt.



Eine Jacke ist nicht einfach mal so schnell genäht. Es braucht Zeit, einige Zeit, von der Idee bis zur Umsetzung. Doch es lohnt sich absolut, sich diese zu nehmen und in ein solch tolles Projekt zu investieren. Ich habe mich schon ziemlich früh mit ganz vielen Fragen auseinander gesetzt; welche Farbe sollte der Parka haben? Welche Länge? Welchen Aussenstoff verwende ich? Welches Material soll ich für das Futter verwenden, dass sich für den Übergang eignet? Möchte ich alles so machen, wie im Schnitt vorgesehen, oder Änderungen anbringen? Für mich sind solche Fragen enorm wichtig, denn so konnte ich mir in meiner Vorstellung ein Bild von meiner fertigen Jacke machen.



Für den Aussenstoff habe ich mich sehr schnell für einen Organic Dry Cotton Oilskin von Merchant and Mills entschieden. Der Stoff läuft sehr schön unter der Nähmaschine, jedoch habe ich trotzdem einen Teflonfuss verwendet. In den Futterstoff von Meet Milk Fabric habe ich mich gleich verliebt, wie ich ihn gesehen hatte. Der Wunderschöne Two Tone Check aus Tencel ist ein Twill, der durch sein klassisches Karodesign besticht. Der Kontrast der beiden Stoffe trifft die Farben des Herbstes voll und ganz. Dennoch wollte ich die Kapuze dezent füttern und habe mit dem Tabby Canvas in der Farbe Olive den passenden Ton gefunden. Bevor ich loslege, mache ich immer erst eine Nähprobe, um die Fadenspannung am Stoff anzupassen. Beim Oilskin empfiehlt es ich evtl., diese zu erhöhen.



Änderungen.... ja davon habe ich jede Menge vorgenommen und ich möchte euch zeigen, dass es gar nicht so schwierig ist, solche Anpassungen vorzunehmen. Es beginnt bei mir schon immer bei der Grösse, da ich oben und unten zwei verschiedene Konfektionsgrössen trage. In der Anleitung des Wind und Wetter Parka ist ausführlich beschrieben, wie solche Änderungen vorgenommen werden können. Genaues ausmessen lohnt sich also sehr. Wer sich bezüglich der Grösse nicht sicher ist, sollte sich vorher unbedingt ein Nesselteil nähen.



Beim Originalschnitt ist der Aussenstoff, wie das Futter genau gleich gross und wird 1:1 zugeschnitten. Ich persönlich mag es nicht so sehr, wenn bei einer Jacke das Futter hervorschaut. Deshalb habe ich das Futter komplett mit Belegen aus dem Oilskin versehen. Wie das funktioniert, erkläre ich anhand dieser Skizze ganz simpel. Als erstes habe ich die Aussenjacke mit dem Aussenstoff gemäss Schnittmuster zugeschnitten. Anschliessend habe ich die Belegbreite bestimmt, und diese auf dem Schnitt eingezeichnet und weggeschnitten. 
ACHTUNG: Immer da, wo aus einem Schnitteil zwei gemacht werden, ist es zwingend notwendig an der Schnittkante eine Nahtzugabe hinzu zu fügen, da die beiden Teile wieder zusammen genäht werden.



Beim Saum, der vorderen Mitte, der Kapuze und bei den Ärmeln habe ich Belege eingearbeitet. Beim folgenden Bild sind diese auf einen Blick zu sehen, bis auf die Ärmel. Es ist ein zusätzlicher Aufwand, aber einer der sich sehr lohnt, wie ich doch finde. Ich habe mit der Nahtzugabe von 1cm gearbeitet, da ich so genügend Spielraum hatte, auch immer den Futterstoff mit der Overlock zu versäubern.



Damit das Futter im Rückenbereich nicht spannt, habe ich hier eine kleine Bewegungsfalte eingearbeitet. Das geht ganz einfach und ist absolut keine Hexerei. Da das Rückenteil des Futters im Bruch zugeschnitten wird, kann hier ganz einfach zwei bis drei Zentimeter der ganzen Rückenlänge entlang hinzu gegeben werden und schon hat man eine Mehrweite. Die Bewegungsfalte wird nur oben und unten am Saum ca. 5 cm zusammen genäht. 




Den Tunnelzug für die Kordel habe ich ganz nach Innen verlegt, zwischen Aussenstoff und Futter. Mir gefällt es so einfach besser und für mich ist es so auch handlicher. Kordeln, die aussen liegen, klemme ich dauernd in der Autotür ein, oder bleibe sonst wo hängen damit. Deshalb habe ich sie auf der linken Seite der Aussenjacke eingenäht. Bevor ich im Anschluss das Futter eingenäht habe, musste ich den Punkt bestimmen, wo die Kordel durch die Öse herauskommen soll. Dort habe ich den Stoff mit einem Wonderdot verstärkt und dann die Öse reingemacht. Somit reisst sie später nicht aus.



Apropos ausreissen; überall dort, wo ich Druckknöpfe angebracht habe, habe ich vorgängig auch den Stoff verstärkt. Nun kann, bzw. sollte man ja bei Oilskin nicht ein Vliesline aufbügeln, da es sich ja um einen gewachsten Stoff handelt. Hier mein Tipp; einfach ein Stück Oilskin, oder Decovil ligth verwenden und mit Stylefix anbringen. Die Paspeltaschen habe ich beispielsweise mit Oilskin verstärkt, da dieser nicht zu sehr aufträgt. Die Taschenbeutel selbst sind mit Vliesline etwas stabiler verstärkt worden.



Die Blende meiner Jacke hat ebenfalls Druckknöpfe und damit sie etwas stabiler wird, habe ich innen drin der ganzen länge nach einen Streifen aus Decovil light angebracht, das ich ebenfalls mit Stylefix fixiert habe. Diese Material wird normalerweise eher im Gebrauch von Taschen verwendet, erschien mir aber ideal, da die Blende ja auch einen gewissen Stand haben sollte. Erst im Anschluss habe ich die Position der Druckknöpfe bestimmt. Bei der gegenüberliegenden Seite, also dem linken Jacken-Vorderteil, auf der linken Seite habe ich dort je ein Stück Decovile light angebracht, wo das Gegenstück des Druckknopfes hinkommt. Die Wonderdots erschienen mir hierfür etwas zu klein.




Ein ganz wichtiger Punkt, der oftmals untergeht; Bei einer Jacke werden praktisch alle Nähte abgesteppt. Es sieht einfach viel schöner aus, wenn die Stichlänge etwas erhöht wird und die Nähte so gut sichtbar sind. Auch ein Kotrastgarn, oder ein etwas dickeres, kann die Jacke zu einem richtiger Hingucker machen.



Meinen Persönlichen Stempel habe ich bei meinem Wind und Wetter Parka dem Futter aufgedrückt. Ich wollte da unbedingt etwas drauf haben, dass mit meinem Geburtsjahr zu tun hat. Der Plott ist auf den selben Stoff drauf gekommen, wie das Kapuzenfutter, dem Tabby Canvas, den ich zusätzlich mit einem dünnen Vlies verstärkt habe.



Die Jacke war wirklich ein grosses Stück Arbeit, für das ich mir sehr viel Zeit gelassen habe, bzw. auch musste. Das ganze war durch eine sehr starke Erkältung begleitet, so dass ich jeden Tag nur immer ein kleines Stück weiter gekommen bin. Doch jeder einzelne Arbeitsschritt hat so viel Spass gemacht und täglich zu sehen, wie die Jacke immer mehr und mehr wächst, zu einem grossen, ganzen und fertigen Unikat, hat mich unglaublich erfüllt.

Möchtest du dir auch einen Parka nähen, so kann ich dir Ying Design wärmstens empfehlen. Sowohl den Schnitt wie auch alle Stoffe findest du dort in feinster Bio-Qulität.
Bist du dir nicht sicher, wie du beim Nähprozess vorgehen sollst, oder hast sonstige Fragen dazu?
Schreib mir einfach ungeniert, denn Nähen verbindet.

Der Wind und Wetter Parka war ein absolutes Wunschprojet von mir und ich bin so unglaublich glücklich darüber, dass ich es umsetzen konnte. Ein ganz grosses Dankeschön an euch, Rosina und Christian von Ying Design, für eure herzliche Art, die Zusammenarbeit und euer Vertrauen.


Euch da draussen wünsche ich eine wundervollen Herbst.
Geniesst die sonnigen Tage und an den grauen, kuschelt euch schön ein.

Habt es fein...

Kati

Das Material für dieses Projekt wurde mir von Ying Design zur Verfügung gestellt.

Schnitt: Mein Wind und Wetter Parka von Lotte und Ludwig

Aussenstoff:  Organic Dry Cotton Oilskin  von Merchant and Mills
Futterstoff: Two Tone Check von Meet Milk Fabric
Kapuzenfutter: Tabby Canvas von Meet Milk


- bezahlte Partnerschaft -


Dienstag, 1. Juni 2021

jumpsuite - aus eins, mach drei

 Wenn Dir ein Stoff so gut gefällt und Du genau weisst, dass Du es im Nachhinein bereuen würdest, hättest Du ihn Dir nicht gekauft, dann musst Du ihn Dir einfach ins Haus holen. Ja genau so habe ich das auch gemacht und mir 3m pure Freude aus Viskose gegönnt, bedruckt mit einer Pracht aus bunten Blumen. Das Design von Anne Flowers Cherry hatte es mir wir wirklich sehr angetan und ich finde die 10. Eigenkollektion von Hello Heidi Fabrics ist der absolute Knaller!






Was ich nun mit diesen wunderschönen 3m Stoff anstellen soll, darüber war ich mir Anfangs noch nicht im klaren. Mir schwebte zwar ein Kleid vor, aber so ganz überzeugt hatte mich dieses Vorhaben dann doch nicht. Wie wäre denn eine Hose und ein Oberteil, die zusammen so aussehen, als ob es ein Jumpsuit ist? Gefällt mir schon viel besser. Fehlen nur noch zwei Schnitte.





Die Hose Pamina von Fadenkäfer war schon etwas länger auf meinem Schirm, da mir der Schnitt sehr gefällt. Es gibt übrigens zwei Beinvarianten; Normales Bein und schmales Bein. Ich habe hier die schmale Beinvariante genäht. Normalerweise gebe ich bei einer Stoffhose immer etwas mehr Nahtzugabe hinzu, oder nähe sie eine Nummer Grösser, damit sie nicht so doll spannt. Bei Pamina ist das aber nicht nötig. Der Schnitt ist nicht nur für meine langen Beine genug lang, sondern sitzt auch in der Weite perfekt. Durch den Abnäher am Gesäss macht sie einen schönen Po und auch insgesamt ist sie nicht zu fladrig, sondern genau so, wie eine luftig leichte Sommerhose sein soll.


 



Anstelle eines Bundes habe ich mich für ein elastisches Gummiband in einer helleren Farbe und Gold entschieden. Ich finde solche kleinen Hingucker werten ein Kleidungsstück optisch nochmals sehr auf. Atelier Brunette hat so viele in zauberhaften Farben, da fiel die Auswahl nicht so leicht. Gefunden habe ich diese übrigens bei Kreando und mich für den Farbton 'Chestnut' entschieden. Die Hose war schnell genäht, also dann mal ran ans Oberteil.





Ich hatte mich einmal quer durchs Netz gewühlt, auf der Suche nach einem Blusenschnitt. Doch warum so in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt? Die Rüschenbluse Ella von Frau Schnitte ist schon zwei Mal von meiner Nähmaschine gehüpft. Ich mag diesen verspielten Schnitt sehr und auch die Möglichkeiten, sie in ganz unterschiedlich Ausführungen nähen zu können. Die Länge ist ideal für mich, an der Taille ist sie nicht zu eng, sie sitzt perfekt und ich fühle mich darin rundum wohl.



Wie die beiden Male zuvor, habe ich auch bei dieser Ella den Schlitz im Dekolleté eingebaut. Das Band am Halsausschnitt ist einfach verlängert und extra lange, so dass ich es ein richtig schönes Bindeband habe. Ein klein wenig sexy und doch sehr adrette, so mag ich das.



Die Ärmel habe etwas länger zugeschnitten, um so genannte Fake-Bündchen daraus zu nähen. Die sind ganz einfach zu bewerkstelligen, ratzfatz gemacht und geben optisch was her. Auch die Ärmellänge als solches habe ich für die Bluse nicht zu kurz gewählt. 



Was ich an der Idee des Fake-Jumpsuits so sehr mag? Ich kann die Kleidungsstücke auch einzeln tragen und habe so viele Tragevarianten. Ich liebe es, bestehende Kleidungsstücke mit neuen zu kombinieren und so neu aufleben zu lassen. Die Bluse lässt sich zu einer Jeans mit Sneakers, oder Sandalen tragen. Aber auch zu einem unifarbenen Sommerrock ist sie ein schöner Begleiter. 



Bei der Hose darf es ein luftiges Oberteil sein, ebenfalls unifarben. Mit meiner Lola von Fibre Mood habe ich meinen ganz persönlichen Perfect Match gefunden. Ich mag dieses Outfit sehr und es wird garantiert eine meiner Lieblingskombis werden. 


Fehlt nur noch der Sommer... Ich hoffe, er kommt schon sehr bald.


Herzlichst

Kati


Stoff: Viskose  Anne Flowers Cherry von Hello Heidi Fabrics

Hose: Pamina von Fadenkäfer

Bluse: Rüschenbluse Ella  von Frau Schnitte

Elastikband: Farbe Chestnut von Atelier Brunette gekauft bei Kreando


(unbezahlte Werbung)

Samstag, 22. Mai 2021

fairfield button up - mein offline projekt

 Es gibt Stoffe, die siehst Du und weisst ganz genau, was daraus entsteht.
Nur fehlt manchmal die Zeit, um das umzusetzen, was man schon ganz lange möchte.





Ich hatte mir kürzlich eine Online-Auszeit genommen, zwar nur eine ganz kurze, aber sie hat ausgereicht, um mich voll und ganz diesem Projekt zu widmen. Zwei Wochen ohne Soziale Medien können den Blickwinkel wahnsinnig verändern, in jeglicher Hinsicht. Anfangs war ich sehr oft geneigt, einfach den "Knopf" zu drücken und zu checken, was gerade so läuft und geht. Es ist eine Macht der Gewohnheit, die ich mir schon etwas abgewöhnen musste. Doch nach ein paar Tagen habe ich sehr schnell festgestellt, dass ich es gar nicht vermisse. Oftmals lag mein Smartphone einfach nur herum und das war auch gut so.





Wir teilen alles über Insta, Facebook & Co., saugen täglich News aus Online-Medien in uns auf, scrollen uns durch den Feed bis zum Anschlag und sind unglaublich abhängig davon. Meist werden uns in Sozialen Medien auch nur "die schönen Dinge" vor Augen gehalten, fernab von Realität.





Ich war es einfach leid, ständig einen Blick auf mein Handy zu werfen, da ich irgendetwas "verpassen" könnte, müde vom durch den Feed/Story hindurch gucken und wollte mein Handy einfach mal so viel wie möglich aus meinen Händen haben. Was ich dadurch gewonnen habe? Zeit, unglaublich viel Zeit und die habe ich so richtig herrlich dafür genutzt, um einfach mal etwas herum zu gammeln, die Seele baumeln zu lassen und um sehr viel zu lesen.






Früher habe ich meine Nase viel mehr in Bücher gesteckt. Heute verbringt sie definitiv mehr Zeit über dem Display meines Smartphones. Natürlich bringt dies auch der Wandel der Zeit mit sich, mit all seinen Streaming- und News Apps. Ich informiere mich täglich über aktuelle Themen aus aller Welt, die mich interessieren und beschäftigen. Was Bücher betrifft, so bin ich doch etwas romantisch veranlagt und gar kein Fan von E-Readern. Ein richtiges Buch schafft einfach viel mehr Atmosphäre und ich mag es einfach sehr, mich damit in eine Ecke zu verziehen, es da zu lesen, wo ich gerade bin. Nur bei der Musik ist das Smartphone unverzichtbar geworden für mich. Ob beim Nähen, Putzen, Kochen, Joggen, Lesen, oder auch wenn ich unterwegs bin; ohne Musik läuft bei mir fast gar nichts.






Ich wäre auch noch länger offline geblieben, da ich diese kleine Auszug auch sehr genossen habe. Kurzzeitig hatte ich auch mit dem Gedanken gespielt, mich komplett aus den Sozialen Medien rauszunehmen. Aber... ja, jetzt kommt das Aber. Durch meine Leidenschaft ist ein sehr grosses Netzwerk entstanden, eines das ich sehr mag und eine Community, auf die ich nicht verzichten möchte. Der Austausch mit anderen, die das Nähen und Stricken genau so lieben, ist unglaublich inspirierend. Uuuuuuuund, es gibt immer wieder Stoffschätze zu entdecken, so wie diesen hier ;-)





Wenn ich gerade schon dabei bin, will doch gleich zu dem hübschen Teil auf den Bildern zu sprechen kommen (Ihr dürft Euch selbst aussuchen, was Euch besser gefällt; Mann oder Hemd😉). Vergangenes Jahr habe ich mich an ein Herrenhemd gewagt und habe mir damit meine eigene Messlatte ganz schön hoch gesetzt. Ich bin mit dem Ergebnis meines ersten Fairfield Button Up nach wie vor sehr zufrieden, aber einen kleinen Tick grösser, das wäre ideal gewesen. Aber bis ich wieder so einen tollen Karostoff finde, kann es ja noch dauern... Denkste!





Im letzten Herbst haben Hello Heidi Fabrics wunderschöne Karostoffe in Baumwolle lanciert. Ich habe mich für die Kombi aus dunkelblau und senf entschieden. Osaka Plaid hiess diese Kollektion, die in Japan gewoben wurde und bis auf den letzten Zentimeter ratzfatz ausverkauft war. Also seid mir bitte nicht böse, wenn ich Euch jetzt erst dieses Hemd mit diesem waaaaaahnsinns Stoff um die Ohren haue. Nebst Zeitmangel, hatte ich schlicht und ergreifend keine Musse mehr für Karo.





So ist die Zeit verstrichen. Es wurde Winter, ein sehr langer, nicht enden wollender Winter, der alte Job ging, der neue kam hinzu, sehr viel Neues, Spannendes und eine neue Herausforderung. Aber im Hinterkopf hatte es sich immer mehr festgeklammert. Die Umsetzung meines zweiten Fairfield Button Ups von Thread Theory. Vielleicht hat es genau darauf gewartet, in einem Moment genäht zu werden, in dem ich mich voll und ganz darauf besinne. 





Karostoffe erfordern viel mehr Geduld. Schon beim Zuschnitt muss exakt gearbeitet werden, so dass beim Nähen die Nähte genau so aufeinandertreffen, dass alles in perfekter Symmetrie und einem bestimmten Gleichgewicht steht. Perfekt unperfekt, wie ich bin, habe ich die Manschetten für die Ärmel deshalb gleich drei Mal zugeschnitten, bis sie dann gepasst haben. Sich die Zeit dafür zu nehmen hat sich absolut gelohnt und ich bin so unglaublich zufrieden mit dem Resultat.





Und für einmal stehe nicht ich vor der Kamera, sondern der Mann, der meine genähten Werke immer ins richtige Licht rückt. Über das Hemd freut er sich riesig. Er hat ja auch mit ganz viel Geduld darauf gewartet, ohne ein einziges Mal danach zu fragen, wenn ich es denn nähen werde. Und da mir das Kameramotiv so gut gefallen hat, haben die Bilder nur ein kleines bisschen überhand genommen...





Was mein "Verhältinis" mit meine Smartphone betrifft; ich verbringe deutlich weniger Zeit damit. Ich hoffe dieser Zustand dauert noch länger an. Meine kleine Auszeit wird nicht die letzte gewesen sein. Ich werde mir ganz bestimmt wieder solche Momente schaffen, ein kleines bisschen so, als ob ich auf einer kleinen einsamen Insel hocke; nur ich mit einem Buch...


Habt es fein Ihr Lieben und danke für's lesen, hier sein und den regen Austausch, ich schätze ihn sehr.

Herzlichst

Kati


Übrigens, den Schnitt in Deutscher Sprache gibt es bei Naeh-Connection und den kann ich Euch wärmstens empfehlen.

Stoff: Osaka Plaid von Hello Heidi Fabrics

Schnitt: Fairfield Button Up von Thread Theory

Knöpfe: Plain Corozo Button von Meet Milk Fabric, gekauft bei Kreando


(unbezahlte Werbung)


Montag, 5. April 2021

m a r i o n

 Ich näh mir den Frühling... 

Schon länger schwebte mir die Idee vor, mir ein Kleid für den Frühling zu nähen, eines dass lauter Blumen im Stoffmuster hat. Hie und da habe ich mich auf die Suche danach gemacht, aber so richtig überzeugt, hatte mich keiner. Doch dann kündete Hello Heidi Fabrics die wunderschönen Stoffe an, welche neu in ihren Shop gewandert sind. Da bin ich nicht dran vorbei gekommen...




Ich habe zwischen zwei Stoffen geschwankt und habe mich letzten Endes für den Floral Edit Magenta von Liberty London entschieden. Dieses Label steht für Blumige Designs und ich habe schön des öfteren mit einigen Stoffen geliebäugelt. Aber ich habe mir auch auf die Fahne geschrieben, nicht einfach sinnlosen Stoffkonsum zu betreiben, sondern wirklich auch immer auch gleich ein Projekt damit in Verbindung zu bringen.




Gesagt getan, Kleid im Kopf schon mal so vorgestellt, wie ich es haben möchte und mehr Blumenpracht geht ja wohl kaum. Der Stoff ist übrigens aus Baumwolle, aber sie fühlt sich alles andere als so an. Da er einem speziellen Veredlungsverfahren unterzogen wird, ist er unglaublich weich, alles andere als Starr und ist trotz seiner Leichtigkeit Blickdicht.



Beim Schnitt wusste ich auch relativ schnell, welchen ich mir nähen möchte. Marion aus der Ausgabe 13/2021 von Fibremood soll es sein. Dieses Kleid kommt luftig mit einem leichten Stufenschnitt daher, Figurumspielend und trotzdem nicht eng anliegend. So trage ich Kleider am liebsten.



Ich mag die kleinen feinen Details dieses Kleides sehr, wie zum Beispiel den Verschluss am Rücken. Da er auf der linken Seite angenäht wird, ist er praktisch kaum zu sehen und es scheint, als ob das Kleid von Zauberhand zusammengehalten wird. Die kleinen Volants, als Abschlüsse der Ärmel mag ich sehr. Diesen habe ich einen ganz feinen Rollsaum verpasst, damit sie schön kräuseln. Durch das eingezogene Gummiband, können die Ärmel ganz einfach hoch gekrempelt werden. Sie werden übrigens Raglan genäht und machen dadurch sehr schöne Schultern. 



Und ja, es hat auch Taschen! Ich bin ja ein bekennender Taschenfan bei Kleidern. Diese seitlichen Eingriffstaschen sind so gut versteckt und fallen kaum auf. Vor allem, wenn man ein gemustertes Desing wählt, sind sie kaum sichtbar. 



Der Tunnelzug ist sicher das kleine Extra an Marion, denn er wird mit zwei Knopflöchern versehen. Die Kordel wird aus dem Stoff genäht, was ich ein besonders schönes Detail finde. Damit die Raffung rundeherum schön verteilt ist, wird hier zusätzlich eine Gummiband eingezogen. Ich habe mich für eine dünne Gummikordel entschieden; geht etwas leichter zum einfädeln und muss nur noch verknotet werden.



Da stand ich so vor dem Spiegel mit meinen neuen Kleid, aber irgend etwas passte einfach nicht. Die Originallänge des Kleides geht bis unters Knie und jedes Kleid, dass diese Länge hat, gefällt mir an mir einfach nicht. Entweder ganz lang, oder bis übers Knie, aber so mittendrin ist das irgendwie nix für mich. Also habe ich es ganz einfach nochmals gekürzt, auf meine ganz persönliche Wohlfühllänge.



Und wohl fühle ich mich definitiv in meinem neuen Kleid und ich denke,
dass ich es nicht nur im Frühling tragen werde 😉


Herzlichst

Kati



Stoff:  Tana Lawn Cotton von Liberty London

Shop: Hello Heidi Fabrics

Schnitt: Marion von Fibremood

Samstag, 13. Februar 2021

j e a n s


Kuckuck, da bin ich wieder, aus den endlosen Weiten der Nähversenkung,
mit meinem Herzenswunsch-Projekt:

Meine ganz eigene Jeans.



Ich hatte schon länger den Wunsch gehegt, mir eine ganz eigene Jeans zu nähen. Schon so viele Schnitte habe ich studiert, hatte aber immer etwas auszusetzen, oder es passte etwas einfach nicht für mich. Also muss ein ganz eigener Jeans-Schnitt her.



Im letzten halben Jahr habe ich mich an der Unique Fachschule intensiv mit der Schnittkonstruktion für Hosen und Jupe beschäftigt. Ich habe gelernt, solche Kleidungsstücke passformgenau zu erstellen, bzw. den Schnitt dafür zu kreieren. Das Jeans-Projekt war für mich nicht eine Sache, die ich mal so husch husch irgendwo dazwischen schiebe. Vor allem dann nicht, wenn die Zeit dazu rar ist. Und Zeit habe ich mir dafür ausgiebig genommen.



Als erstes habe ich mir sämtliche Jeanshosen aus meinem Schrank vorgenommen. Ja tatsächlich alle habe ich studiert, nach Passform, Schnitt, Verarbeitung und Material. So konnte ich mir in meinem Kopf schon mal eine Vorstellung davon machen, wie mein ganz eigener Jeans-Schnitt aussehen soll. Für die Konstruktion habe ich all die Dinge berücksichtigt, die für mich wichtig sind und habe diese Elemente mit einfliessen lassen. Es soll eine ganz klassische Jeans werden, mit einer geraden Beinform und schön anliegend mit wenig Stretchanteil.



Der Schnitt steht, also los geht's. Ähm ja... und hier beginnt er, der Prozess, der Ausdauer, sehr viel Geduld und Musse erfordert. Ich wusste, dass ich erst einmal einen Prototypen erstellen muss, um die Perfekte Passform zu finden. Dazu habe ich einen etwas günstigeren Jeans-Stoff verwendet, mit nur 1% Elasthan-Anteil, so wie der Stoff meines Endprojektes. Aber dazu gleich nachher.



Bei der ersten Anprobe musste ich an den Seitennähten der Beine einiges abstecken, vor allem aber bei den Knien und in der hinteren Leibnaht. Die abgesteckten Partien habe ich Stück für Stück nachgemessen und auf mein Schnittmuster übertragen. Und somit hiess es, diese Nähte nochmals aufzutrennen, neu einzeichnen und zusammennähen. Und siehe da, die Hose passte perfekt.



Ja, es hört sich nach verdammt viel Arbeit an, aber der Aufwand lohnt sich absolut. Der zusätzliche Vorteil an einem Prototypen ist, dass man auch ein bisschen herum experimentieren kann, wie z.B. mit den Ziernähte spielen, die Breite der Gurtschlaufen bestimmen, die Gesässtaschen verschönern usw. 




Da ich mir sicher war, das nun alles passt, habe ich mich an den schönen Jeans-Stoff gewagt, den Washed Denim Dark Blue von Mind The Maker. Gefunden habe ich ihn bei einem meiner Lieblings-Stoffhändler, bei Hello Heidi Fabrics. Natürlich brauchte ich für dieses Projekt auch noch Gadgets wie Knöpfe und Nieten. Die coolen Jeans Hardware Refill Kits von Kylie and the Machine gibt es ebenfalls bei Hello Heidi Fabrics





Der Jeans-Stoff ist wunderbar für mein erstes Jeans-Projekt und von sehr hoher Qualität. Doch die liebe Fadenspannung und ich, wir hatten da so unserer Differenzen. Der typische Zierfaden für Jeans - Cordonnet-Faden - wird nur auf der rechten Stoffseite verwendet. Auf der Innenseite kommt ein ganz normales Nähgarn zum Einsatz. Da dieser Faden sehr dick und robust ist, und auch der Jeansstoff dicker, wäre hier ein Obertransportfuss echt toll gewesen. Ein ganz liebes Nähgspändli wusste, dass ich an meiner Jeans arbeite und hatte mir diesen Tipp extra noch gegeben. Danke Dir ganz herzlich liebe Barbara. Aber leider habe ich keinen und musste mich ohne durchgeschlagen.





Als die Jeans eigentlich schon fertig war, der Bund dran, hätte ich echt heulen können. Der Reissverschluss sass einfach nicht richtig. Immer wenn ich die Hände in die Taschen gesteckt habe, ist er zum Vorschein gekommen. Ja Himmel nochmal, was habe ich da bloss falsch gemacht. Völlig frustriert ging ich Mitten in der Nacht schlafen und auch am Tag danach hatte mich das sowas von geärgert. Da stimmt definitiv etwas nicht und bei genauerer Betrachtung, war mir auch bewusst, woran das Problem lag. Also habe ich zum Nahttrenner gegriffen, eine kleine Partie beim Bund nochmals geöffnet, den Reissverschluss fast komplett rausgetrennt und nochmals neu eingearbeitet. Und als er dann wieder eingenäht war, ich in die Hose geschlüpft bin und sie gepasst hat, wie angegossen, ja da musste ich einfach einen kleinen Freudentanz vor dem Spiegel aufführen.




Ich könnte Euch noch sooooo unglaublich viel zum Entstehungsprozess erzählen. Aber langer Rede, kurzer Sinn, glaube ich, dass ich ihn gefunden haben, meinen ganz persönlichen Jeans-Hosen Schnitt, der genau zu meiner Figur und meinen Typ passt. Vielleicht gibt es bei der nächsten eine klitze kleine Änderung, aber eines steht fest; es ist nicht meine letzte Jeans, die ich genäht habe. Es werden noch weitere folgen.


Das Herz hüpft und das Grinsen krieg ich nicht mehr weg :-)))

Herzlichst

Kati


Memo an mich selbst: Kauf Dir einen Obertransportfuss!


Schnitt: Mein eigener Jeans-Schnitt
Jeans-Stoff: Washed Denim Dark Blue von mind the maker
Jeans Hardware Refill Kit: kylie and the machine
Stoff-Händler: hello heidi fabrics

(unbezahlte Werbung)